Archiv der Kategorie: Tiere

Schnecken

Der Gärtnerin Lieblingsfeind: Nacktschnecken oder um es genau zu sagen die Wegschnecken (Arionidae). Sie können einem das Gartenleben zur Hölle machen. An regnerischen Tagen ist der Rasen, die Beete, die Weg voll von ihnen. Schneckenkorn mag ich nicht mehr auslegen, da das auch die überaus nützlichen Tigerschnegel tötet, die nun wiederum die Nacktschnecken und deren Gelege angreifen. Also versuche ich es mit anderen Methoden.

Zum ersten: erfreulich ist es, eine Erdkröte im Garten zu haben. Ich habe, beziehungsweise hatte eine (dieses Jahr habe ich sie noch nicht gesehen, aber sie sind halt auch sehr scheu). Kröten lieben Nacktschnecken und sind auch sonst sehr nützlich in der Insektenvertilgung. Nun kann man leider nicht einfach eine Einladung an Kröten verschicken und vor allem in städtischen Gärten werden sie die Einladung kaum annehmen können. Also muss die Schneckenbekämpfung anders aussehen.

Zum zweiten: Gelege finden und vernichten. Ab September findet man bereits die Gelege der Nacktschnecken. Die sind absolut winterhart, kein noch so kalter Winter wird sie vernichten, also Absammeln. Gelege finden sich unter Trittsteinen, an Rasenbegrenzungen, gerne in der Nähe und direkt an Steinen relativ dicht unter der Oberfläche. Ich entferne diese Gelege, und gebe sie die Vögeln. Vor allem Amseln mögen Schneckeneier.

Zum dritten: Wenn man auf Schneckenkorn verzichtet, haben die Tigerschnegel im Garten eine Chance und helfen mit, die Schneckenplage in Grenzen zu halten. Es klappt, eine kleine Menge Schnecken verträgt jeder Garten und wenn es in regnerischen Jahren wie diesem mal zu viel wird, helfe ich bei der Bekämpfung eben mit.

Eine Möglichkeit mitzuhelfen ist die bekannte Schneckenfalle, sehr wirkungsvoll, aber Vorsicht, das Bier lockt auch die Schnecken aus Nachbars Garten an, trotzdem wirkungsvoll ist sie allemal.

Die Weidenblattwespe – Nematus salicis

Larve der Weidenblattwespe
Larve der Weidenblattwespe
Blattwespen nerven mich an meinen Rosen jedes Frühjahr aufs Neue. Aber seit ein paar Jahren fressen die Larven der Weidenblattwespe meine Bonsaiweide regelmäßig kahl. Und zwar gleich zweimal im Jahr, Mitte bis Ende des Frühjahrs und jetzt wieder. Spritzen mag ich nicht, damit werden viel zu viele Nützlinge vernichtet. Also sammele ich die grünen Biester ab und lass sie im Rasen fallen. Vielleicht sind sie dort zu etwas nutze.

Blattwespen sind hochspezialisierte Lebewesen, die es in verschiedenen Formen und Farben gibt und die sich auf eine einzige Pflanze spezialisiert haben. Die Larven, die den Raupen der Schmetterlinge fast täuschend ähnlich sehen können innerhalb kürzester Zeit Kahlfraß verursachen. Anschliessend lassen sie sich fallen, verpuppen sich, überwintern und im Frühjahr beginnt die Wespe mit der Eiablage bevorzugt dort, wo sie sich verpuppt hat. Und so beginnt das Spielchen von Neuem.

Na gut, wenigstens als Vogelfutter taugen sie.

Sie fliegen wieder und es wird Winter

Der Flug der Kraniche
Der Flug der Kraniche
Jedes Jahr vor dem Winter, meistens vor einem ersten Kälteeinbruch ertönt direkt über dem Garten ein charakteristisches Rufen. Am 13.11. gegen 21.00 war es wieder soweit. Eine große Menge Kraniche konnte ich auf ihrem Weg nach Süden hören und sehen. Ein beeindruckendes Schauspiel. Es waren die ersten, die ich dieses Jahr gesehen bzw. gehört habe, oft kommen ein paar Nachzügler noch im Dezember.

Ein Taubenschwänzchen

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Taubenschwänzchen
… nein, viele sind zur Zeit im Garten und auf meinem Balkon zu sehen. Sie ähneln überdimensionalen Schwebfliegen, stehen vor den Blumen, um mit ihrem langen Rüssel Nektar zu saugen. Das Taubenschwänzchen gehört zu den Schwärmern, Schmetterlingen, von denen die meisten in unseren Breiten vorkommenden Arten nachtaktiv sind. Beobachtet habe ich sie vor allem am Lavendel und an Geranien, die ja sonst als wenig attraktiv für hier lebende Insekten gelten.

Die Tiere überwintern als voll entwickelte Schmetterlinge, vertragen aber keinen Frost. Deshalb sind im Frühjahr nur wenige Exemplare zu sehen, die offenbar es geschafft haben, in einigen milden Gegenden Deutschlands geschützt zu überwintern. Die Überwinterer legen im März ihre Eier an Labkräutern ab, von denen sich später die Raupen ernähren. Gegen Mitte Juni schlüpft dann die erste neue Faltergeneration des Jahres.

Die meisten Taubenschwänzchen kommen ab April – dieses Jahr dürfte es noch später gewesen sein – aus dem Mittelmeerraum zu uns und legen erst dann ihre Eier ab. Der Nachwuchs schlüpft dann ab Juli und wandert dann auch weiter bis in den Norden Deutschlands oder sogar noch weiter. Die Tierchen sind hervorragende Flieger, die bis zu 2.000 Kilometer zurücklegen können. Leider reicht das Objektiv meiner Kamera nicht aus, um brauchbare Fotos zu machen, deshalb muss ich auf Wikipedia zurückgreifen.


Taubenschwänzchen_–_Macroglossum.stellatarum.video.ogg.360p

Alle Jahre wieder

weidenraupeim Juli sitzen Raupen in großen Zahlen an meiner Weide und fressen sie kahl. Die Weide steht im Topf, hat sich irgendwann mal selbst ausgesät und scheint diesen Kahlfraß eigentlich ganz gut zu verkraften. Aber ich wüsste schon gerne, um welches gefräßige Tierchen es sich dabei handelt. Die Raupe ähnelt den Gespinstmotten, macht aber kein Gespinst. Sie ähnelt den Spannerraupen, sie krümmt sich, wenn sie Gefahr wittert (mein Fotoapparat war eine solche Gefahr), aber einen Spanner, der so aussieht, konnte ich nirgends finden. Aber vielleicht weiss ja jemand, um welche Raupe es sich handelt. Bekämpfen werde ich sie nicht, denn vielleicht wird ja ein Schmetterling daraus. Oder ein Nachtfalter, oder ….
Und der Weide scheint es wirklich nicht ernsthaft zu schaden.

Nachtrag: Es scheint sich nicht um Raupen zu handeln, sondern um die Larven der Nematus salicis, der Weidenblattwespe, die erheblichen Schaden anrichten können. Als Abhilfe wird Absammeln empfohlen und die abgesammelten Larven den Meisen anbieten. Denen scheint es dann zu schmecken. Wäre einen Versuch wert, denn von meiner Weide steht zur Zeit nur noch ein Gerippe. Und die Larven machen sich gerade über den letzten verbliebenen Ast, der noch Blätter hat, her. Alles andere ist kahl.