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Hundstage

Es ist heiss, heiss und trocken. Der Rasen ist braun, die Hortensien vertrocknen … Die Natur braucht Wasser, ich brauche Schatten. Die Terrasse liegt nach Süden, morgens spendet die Hemlocktanne der Nachbarn ein wenig Schatten, dann aber gibt es Sonne pur, bis zum Sonnenuntergang. Nun ja, wir haben Hundstage. Hundstage sind nicht die Tage, an denen Hunde regungslos im Schatten liegen (obwohl, das tun sie auch), sondern die Tage im Sternbild des Hundes zwischen dem 23. Juli bis zum 23. August . Und die bringen regelmäßig große Hitze. So auch dieses Jahr.

Der Sonnenschirm auf der Terrasse reicht nur für eine Person, zu zweit wird es schon zu eng. Schon lange denke ich über eine vernünftige Beschattung nach, was ich dann regelmäßig im Herbst wieder vergesse. Aber neulich bin ich über einen Terrassenbeschattungs Shop beim Surfen im Internet gestolpert, der ein paar vernünftige Lösungen vorstellt. Das wäre eine Möglichkeit.

Die andere Lösung wäre eine Pergola, über die ich den Wein (Sorte Romulus – sehr schmackhaft) leiten könnte, der vor der Terrasse wächst. Ein paar stabile Kletterdrähte könnten die Last der langen Triebe aufnehmen. Und die Weinblätter sind groß genug, um Schatten zu spenden. Kann ich mir gut vorstellen.

Noch eine Möglichkeit ist ein Sonnensegel. Luftig, flexibel, leicht zu montieren. Aber ich frage mich, ob so ein Sonnensegel auch den Winter und Stürme übersteht oder ob es dann demontiert werden muss. Was ist bei Regen? Verhält sich ein Sonnensegel wie das Vordach von meinem Zelt?

In den südlichen Ländern kommen auch Sprühnebler zum Einsatz. Dieses für uns eher exotische Prinzip funktioniert mit Wasser, das mit hohem Druck durch Düsen gepresst wird. So entsteht ein sehr feiner Wassernebel. Die Tropfen sind so fein, dass sie von der Sonne in Dampf umgewandelt werden. Durch diese Umwandlung wird der Umgebung Energie in Form von Wärme entzogen. Die kalte Luft „fällt” nach unten und tauscht sich mit der wärmeren Luft am Boden aus, so dass die Temperaturen im Bodenbereich um ein paar Grad sinken. Das scheint mir zwar etwas exotisch, ist aber sicher auch eine Möglichkeit.

Aber wahrscheinlich wird es nach den Hundstagen deutlich kühler und ich vergesse alles wieder – bis zu den nächsten Hundstagen.

Alba Rosen

Maiden's Blush
Maiden’s Blush
Zwei Sorten werden unterschieden: nämlich die ursprünglichen Albarosen wie Alba Suaveolens, Rosa Alba Maxima, Maidens Blush und die Alba-Hybriden.

Alle Albarosen ähneln sich im Wuchs, sie bilden lange Triebe, die zuerst aufrecht stehen und dann auseinanderfallen. Die Triebe selber sind stark bestachelt (z. B. Maidens Blush), es gibt aber auch einige fast stachellose Exemplare. Alle Albarosen sind extrem winterhart.
Auffällig ist das blaugrüne Laub der Albarosen, 5-7 blätterig, oval länglich mit Spitze, teils mit deutlichen Blattnerven ,gesägten Blatträndern. Die meisten Albarosen sind einmalblühend, allerdings blüht meine Maidens Blush im Oktober regelmäßig noch einmal. Die Blüten sind weiß, creme, hell und dunkelrosa, aber nie rot oder purpur. Es gibt ungefüllte, halbgefüllte und gefüllte Sorten, aber alle zeichnen sich durch guten Duft aus.
Alba-Rosen gehören zu den widerstandsfähigsten Rosen, benötigen nur sehr wenig Pflege und gedeihen auch an schwierigen Standorten. Mit halbschattigen Standorten kommen sie besser zurecht als manch andere Rosen. Sie sind fast vollkommen resistent gegen Krankheiten und benötigen kaum einen Rückschnitt, brauchen aber viel Platz im Garten.

Die Weiße Rose ist eine der ältesten Gartenrosen und wurde schon zur Zeit der Griechen und Römer kultiviert.Im 14. Jahrhundert wurde die Albarose als White Rose of York im Wappen des englischen House of York zur Zeit der Rosenkriege berühmt.

Rosen im Kübel

Zisterzienserrose als Kübelpflanze
Rosenfans mit Garten haben es gut, denn Rosen geben jedem Garten Struktur und eine ganz eigene Note. Aber auch diejenigen unter uns, die nur eine Terrasse oder einen Balkon haben, müssen nicht auf Rosen verzichten, denn entgegen manchmal geäußerten Meinungen gedeihen Rosen im Kübel sehr gut. Man muss nur ein paar Kleinigkeiten beachten.

  1. Die richtige Wahl der Rose. Nicht alle Rosen sind für Kübelhaltung geeignet. Aber sehr viele. Gut geeignet sind Beetrosen oder kompakt wachsende Strauchrosen. Sogar Kletterrosen für die Begrünung einer Balkon- oder Terrassenwand sind geeignet. Auf meiner Terrasse wachsen zwei historische Rosen im Kübel, nämlich die Rose de Resht und Louise Odier, weil ich im Juni auf den starken Rosenduft der beiden dicht am Haus nicht verzichten wollte.
  2. Die richtige Wahl des Kübels. Rosen sind Tiefwurzler, und das bedeutet, dass sie lange Wurzeln haben, die das Wasser aus den tiefen Stellen des Bodens aufnehmen. Der Kübel sollte deshalb mindestens einen halben Meter hoch sein, noch höher ist besser. Natürlich muss der Kübel ein oder mehrere Ablauflöcher haben, denn Staunässe ist für jede Rose tödlich. Die unterste Schicht im Kübel sollten Tonscherben oder Kieselsteine bilden. Sie fungieren als Drainageschicht und verhindern, dass die Wurzeln die Löcher verstopfen. Das Material des Kübels ist Geschmackssache, nur frosthart muss es sein. Ideal sind frostharte Terracottakübel, weil sie atmungsaktiv sind, aber leider sind sie auch sehr schwer.
  3. Pflanzkübel richtig bewässern. Die Erde im Kübel sollte nie trocken sein, sonst drohen Pilzkrankheiten wie Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze der Rose schwer zusetzen kann. Vor dem Einsetzen im Kübel sollte die Rose ausgiebig gewässert werden, wurzelnackte Rosen stellt man dazu ca. 24 Stunden in einen Eimer mit Wasser, Containerrosen werden mitsamt dem Container solange getaucht, bis keine Luftbläschen mehr aufsteigen.
  4. Richtiges Düngen. Am besten benutzt man einen Langzeitdünger, kombiniert mit einer wöchentlichen Flüssigdüngergabe während der üblichen Düngezeit. Also, gedüngt wird zur Zeit der Forsytienblüte und ein zweites Mal nach der ersten Blüte der Rose. Zum Aushärten der Triebe und um sie so winterfest zu machen wird ab Ende Juli bis spätestens Mitte August noch einmal mit kaliumbetontem und stickstofffreiem Patentkali (Kalimagnesia – 30% K / 10% Mg / 17% S) gedüngt. Das ist für Rosen im Kübel besonders wichtig, da der hohe Kaliumanteil die Rose besser ausreifen lässt und für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt sorgt. Dadurch wird die Frostresistenz der Pflanze gesteigert.
  5. Richtiges Überwintern.
    Winterschutz
    Winterschutz für Kübelpflanzen
    Dabei kommt es vor allem auf das Wetter und den Standort der Kübelrose an. Aber generell kann man sagen, dass der Kübel vor strengen Frösten geschützt werden muss, da die Wurzeln der Rose nicht ganz durchfrieren sollten. Überwinterung in einem kalten frostfreien Raum ist möglich, führt aber auch zu Ausfällen. Am besten stellt man den Kübel auf eine dicke Styroporplatte, packt ihn mit Luftpolsterfolie ein und umwickelt danach Kübel und Pflanze mit Jutestoff, um auch die Äste zu schützen und einen zu frühen Austrieb im Februar zu verhindern.
  6. Richtiges Schneiden. Hier unterscheiden sich Rosen im Kübel wenig von denen, die im Garten stehen. Geschnitten wird zur Zeit der Forsythienblüte, lediglich der Sommerschnitt muss etwas sorgfältiger ausfallen, denn damit legt man ja die Wuchsform der Rose fest.

Marienkäfer

MarienkäferMarienkäfer sind echte Sympathieträger unter den Insekten. Jeder kennt sie und sie gelten als Glückbringer. Nicht ganz zu Unrecht, denn sie und vor allem ihre Larven haben großen Appetit auf Blattläuse. Allein in Deutschland gibt es über 70 verschiedene Arte mit unterschiedlichen Farben – rot, gelb und schwarz mit unterschiedlicher Anzahl an Punkten.

Marienkäfer im Garten

Wer Marienkäfer im Garten hat, hat viel richtig gemacht, denn sie siedeln sich nur in Gärten an, in denen auf Insektengifte verzichtet wird. Dort bleiben sie und vermehren sich. Allerdings muss man dann auch als Zugeständnis ein paar Blattläuse tolerieren, um ihnen nicht die Nahrungsgrundlage zu entziehen.

Blattläuse saugen gerne an der jungen Stielen von Rosen und deren Blüten. Dort siedeln sich schnell Marienkäfer an, wenn man nicht vorher mit der Giftspritze gekommen ist. Das gleiche gilt auch für Kapuzinerkresse und Ringelblumen. Im Gemüsegarten werden Kohl, Kopfsalat, Tomaten und Kartoffeln gerne von Blattläusen befallen. Wer diese Pflanzen im Garten hat und auf Gift verzichtet, braucht sich wegen Blattläusen keine Sorge zu machen. Darüber hinaus lieben erwachsene Marienkäfer auch Pollen und Nektor und siedeln sich gerne auf Dill, Fenchel, wilden Möhren und Salbei an.
Die gelben Arten der Marienkäfer fressen zusätzlich noch den Mehltau von den Blättern, Voraussetzung auch hier, man darf den Mehltau nicht vorher mit einem Fungizid behandelt haben..

Marienkäferlarve
Marienkäferlarve
Im Frühjahr werden die kleinen gelben Eier an der Unterseite von Blättern bevorzugt inmitten einer Blattlauskolonie abgelegt. Nach ungefähr einer Woche schlüpfen die Larven dann und beginnen zu Fressen. Eine einzige Larve futtert bis zur Verpuppung ungefähr 400 bis 600 Blattläuse. Nach ein paar Wochen verpuppt sich die Larve, aus der dann der fertige Käfer schlüpft. Marienkäfer überwintern in Laubhaufen – ein Grund, das Laub nicht mit dem Laubbläser zu entfernen – in Mauerritzen, modrigen Bäumen, Holzstapel und manchmal auch auf dem Dachboden. Und damit sie nicht erfrieren, bilden die Marienkäfer ein körpereigenes Frostschutzmittel in Form von Glyzerin und anderen Zuckern.

Der asiatische Marienkäfer

Vor einigen Jahren wurde zur biologischen Bekämpfung der asiatische Marienkäfer (Harlekin) in Gewächshäusern eingesetzt, da er noch wesentlich mehr Schädlinge (unter anderem die Reblaus) frisst als unsere einheimischen Arten. Dort ist er allerdings ausgebrochen. Umstritten ist, ob der Harlekin unsere einheimischen Arten verdrängt. Mittlerweile kann man den asiatischen Marienkäfer überall in unseren Gärten sehen, manchmal häufiger als die einheimischen Arten.

Die Forsythien beginnen zu blühen

Forsythie
blühende Forsythie
Warum beginnt der Rosenschnitt eigentlich, wenn die Forsythien blühen. Warum nicht früher und warum nicht später. Das sind Fragen, die sich jeder Rosenfreund irgendwann mal stellt.

Natürlich kann man Rosen auch zu anderen Zeiten schneiden, das bringt die Rose nicht um, aber es ist auch nicht so günstig.

Das liegt an folgendem:

Rosen blühen am frischen Trieb, also sollten sie im Frühling geschnitten werden, damit sie frische Triebe bilden. Geschnitten wird oberhalb eines austreibenden Auges. Aber unterhalb dieses Austriebes existieren noch viele unsichtbare „schlafende Augen“, die durch den Schnitt aktiviert werden. Im Winter treibt nirgendwo etwas aus, erst zur Zeit der Forsytienblüte werden die ersten Austriebe sichtbar, die der Rose aber noch nicht viel Kraft gekostet habe. Dieser erste Austrieb bremst das Wachstum der schlafenden Augen, das nennt der Biologe Apikaldominanz. Nicht nur Rosen zeigen diese Apikaldominanz, sondern viele Stauden, Sträucher und Bäume.

Nun könnte man es dabei belassen, der erste Austrieb wird im Mai/Juni (je nach Sorte) eine Blüte bilden, die „schlafenden Augen“ aber werden nicht aktiviert und die Rose beginnt unterhalb des Austriebs zu verholzen. Sie wird sparrig und verzweigt sich nicht mehr und irgendwo in der Höhe thront eine Einzelblüte. Das ist aber nicht erwünscht.

Deshalb schneidet man zur Zeit der Forsythienblüte den ersten Austrieb weg und kürzt den Zweig auf ca. 3 bis 4 schlafende Augen, düngt die Rose kräftig und weckt damit die „schlafenden Augen“ auf, die nun frische Blütentriebe bilden.

Im Herbst vor dem Laubfall werden Nährstoffe von den Blättern in Holz und Wurzeln verlagert. Deren Power führt dann bei geschnittenen Rosen zu kräftigem Neuaustrieb. Wenn man später schneidet, also nach der Forthysienblüte, hat die Rose diese Power bereits in die Bildung des ersten Austriebs und der Bildung der Blüte gesteckt. Und für die Bildung weiterer Verzweigungen fehlt die Kraft, bzw. die Kraft muss erst wieder aus dem Dünger nachgeladen werden. Die Fole ist, das die Rose verspätet blüht, und sogar krankheitsanfällig wird, weil die Kraft nicht reicht.

Deshalb schneidet man die Rosen zur Zeit der Forsythienblüte. Und deshalb habe auch ich einen ökologisch völlig überflüssigen Forsythienstrauch im Garten stehen, der nur dazu dient, den für meinen Garten richtigen Zeitpunkt des Rosenschnitts zu bestimmen. Ausserdem – ich mag Forsythien wegen ihrem strahlenden Gelb, das für mich den Frühling erst richtig einläutet.