Archiv der Kategorie: Gartenblumen

Malerrosen

Knospe von Marc Chagall
Knospe von Marc Chagall
Vor ein paar Monaten ist eine neue Malerrose bei mir eingezogen, und zwar die Marc Chagall. Die zweite Malerrose, die Zisterzienserrose habe ich ja schon seit einiger Zeit. Beide stammen von dem französischen Züchter Delbard und wirken, als ob die Natur bei diesen Rosenzüchtungen farbige Streifen auf die Blütenblätter gemalt hätte, die je nach Lichteinstrahlung immer neue Bilder ergeben. Viele von diesen Malerrosen tragen auch die Namen berühmter Maler.

Allerdings ist ihre Pflege ist nicht ganz einfach. Ursprünglich hatte ich die Zisterzienserrose ins Beet gepflanzt, aber dort kümmerte sie. Erst seit ich ihr einen Kübel spendiert habe, blüht sie in voller Schönheit bis in den Spätherbst hinein. Auch der sporadisch auftretende Sternrußtau lässt sich so leichter bekämpfen.

Marc Chagall ist deshalb seit ihrem Einzug sozusagen zwischengelagert in einem alten Kübel und blüht dort sehr schön. Auch jetzt im Oktober ist sie noch voller Knospen. Aber – ganz ehrlich – auf der Terrasse möchte ich doch zur Hinguckerrose auch eine Pflanzbox haben, die auch ein Hingucker ist.

Wie viele der sogenannten Malerrosen ist auch Marc Chagall anspruchsvoll. Sie braucht viel Sonne, möglichst wenig Regen im Sommer, gute Rosenerde, gute Belüftung der Blätter, einen optimalen Standort. Deshalb kultiviere ich sie in einer Pflanzbox, die ich dort platzieren kann, wo der Standort optimal ist. Im Sommer spritze ich die Blätter mit Schachtelhalmbrühe zur Stärkung der Zellen, die dann den Sternrußtau besser abwehren können. Auch düngen mit Schachtelhalmjauche hilft, riecht aber ein paar Minuten lang ein wenig streng.

Oh, dieses Wetter

Normalerweise steht hier um diese Jahreszeit ein Beitrag über die Rose, die die erste Blüte zeigt. Aber dieses Jahr? Auf weiter Linie Fehlanzeige. Manche Rosen haben durchaus Knospen, einige allerdings noch nicht einmal Knospenansätze. Dazu gehört auch die Louise Odier, die sonst immer eine der ersten war. Es war einfach den ganzen April und Mai über zu kalt und zu regnerisch. Auch die Rosenkäfer, die sonst immer mit den ersten Rosenblüten ihre Flugzeit beginnen, haben sich noch nicht sehen lassen.

Auch die Pfingstrosen, die sonst pünktlich zu Pfingsten starten, zeigen nur kleine Knospen, sogar die frühblühende Pink Hawaian wird wohl erst nach Pfingsten im Juni ihre Blütezeit beginnen.
Wer hätte das gedacht, nachdem uns der Frühling letztes Jahr mit traumhaftem Wetter verwöhnt hatte.

Rosen gießen?

Und wenn ja, wann sollen Rosen gegossen werden.
Rosen sind echte Tiefwurzler. Die Wurzeln gut eingewachsener Rosen reichen bis zu 3 Meter in die Tiefe, und auch im Herbst /Frühjahr als wurzelnackte Ware gepflanzte Rosen reichen ein Jahr später bereits ca. 1 Meter in die Tiefe. Daraus folgt:

Im Winter

– auch bei langen Frostperioden – müssen Rosen nicht gegossen werden. Dazu kommt, das Rosen im Winter ihr Wachstum einschränken und daher auch weniger Wasser verbrauchen.

Im Frühjahr

ist der Boden eigentlich immer recht feucht. Die abschmelzende Schneedecke oder auch der winterliche Dauerregen bringen genug Feuchtigkeit. Eher sollte man den Boden durchlässiger gestalten, denn Rosen sind keine Seerosen und stehen nicht gerne im Wasser. Erst gegen Ende des Frühjahrs bei extrem trockener Witterung kann man frisch gepflanzten Rosen Wasser geben.

Im Sommer

bei heisser, lang andauernder trockener Witterung werden Rosen gegossen, und zwar kräftig, je nach Bodenbeschaffenheit sogar täglich. Wer allerdings unter der Gartenerde noch ein Lehm- /Tongemisch hat, kann sogar dann bei gut verwurzelten Rosen auf das Gießen verzichten. (Ich habe auch in den beiden letzten trockenen Sommern meine Rosen im Garten gar nicht gegossen – nur die Kübelrosen.) Bei leichten Boden und Sandböden sieht die Sache anders aus, dann müssen die Rosen unbedingt gegossen werden – und zwar durchdringend.

Im Herbst

kommt es auf das Wetter an. Wenn sich an einen trockenen Sommer ein trockener Herbst anschliesst, reicht die zunehmende Luftfeuchtigkeit nicht aus, die Rosen müssen weiter gegossen werden, aber zunehmend weniger. Sobald die Temperaturen fallen, verlangsamt die Rose ihren Stoffwechsel und verlegt ihr Wachstum in den Boden. Deshalb ist der Herbst die beste Pflanzzeit für wurzelnackte Rosen. Bis zum Frühjahr erreichen die Wurzeln bereits tiefe Bodenschichten und finden dort im kommenden Jahr ausreichend Wasser.

Anders sieht es natürlich bei Rosen im Kübel aus. Selbstverständlich müssen sie nach Bedarf regelmäßig mit Wasser versorgt werden. Die Erde darf nicht austrocknen. Neugepflanzte Rosen – vor allem die im Frühjahr und Sommer angebotenen Containerrosen – müssen nach dem Einschlämmen beim Pflanzen im ersten Jahr regelmässig mit Wasser versorgt werden. Die Wurzeln sind erst am Ende des ersten Winters in der Lage, tiefere Bodenschichten zu erreichen.

Erste

Louise Odier
historische Rose Louise Odier
Rose de Resht
Rose de Resht
Diesmal gibt es zwei erste Rosenblüten: Louise Odier und Rose de Resht. Eigentlich ist das keine Überraschung, beide stehen auf der sonnigen Terrasse im Kübel. Rose de Resht steht dazu noch an der warmen Hauswand, Louise Odier hingegen steht weniger geschützt am luftigen Zaun. Beide gehören zu der Gruppe „historische oder Alte Rosen„, beide duften sehr stark, beide fühlen sich auch im Kübel sehr wohl, vorausgesetzt der Kübel ist hoch genug, um ihren langen Wurzeln Raum zu bieten. Trotz aller Gemeinsamkeiten gehören sie aber zu verschiedenen Sorten. Bei der Rose de Resht handelt es sich um eine öfterblühende Portland Rose, eine Seltenheit unter den Alten Rosen. Louise Odier gehört zu den Bourbon Rosen, hat aber nur eine eher schwache Nachblüte.

Gallica-Rosen

Rosa Gallica Officinalis
Rosa Gallica Officinalis
Rosa gallica,Rosa rubra, gallische, auch französische Rose, Essigrose, oder Provins-Rose, alle diese Namen werden für die Gallica-Rosen verwendet. Die Wildform der Gallica-Rosen kommt in den europäischen Mittelmeer- und Alpenländern vor und zwar schon seit der Antike. Grund dafür war neben optischen Gründen vor allem ihr Wert als Medizinalpflanze. Apotheker machten Rosenöl, Rosenwasser, Rosenessig und Tee aus den Blütenblättern. In der französischen Kleinstadt Provins (deshalb der Name) wurde ab etwa dem 13 Jhrd. die Gallica-Rose als die Apotheker-Rose wegen ihres hohen Ölgehalts der Blütenblätter in großem Umfang angebaut.

Gallica-Rosen sind extrem frosthart, ziemlich gesund gelegentlich tritt Mehltau auf), einmalblühend mit mattgrünem Laub. Viele duften stark und variieren farblich von rosa bis zu dunklem purpurviolett. In dieser Klasse gibt es auffallend viele gepunkte, gestreifte oder marmorierte Sorten. An einigen Standorten kann Mehltau gelegentlich auftreten, ansonsten sind sie sehr gesund. Die Sträucher haben je nach Schnitt eine Größe zwischen 1 – 2 m. Sie wachsen eher aufrecht , später auch überhängend. Viel Aufmerksamkeit erregte ein gestreifter Sport der Apotheker-Rose. Etwa im 16. Jhrd. wurde sie zum ersten Mal erwähnt: Rose Mundi oder R.gallica ‚Versicolor‘. 2009 wurde sie zur Weltrose erklärt.

Gallica Rose in ihrer Wildform
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wild_Rosa_gallica_Romania.jpg
Einige der ältesten Rosa-Gallica ist die karmesinrote Charles de Mills“, die vermutlich vor 1700 in den Niederlanden gezüchtet wurde. Aber so ganz genau weiss das keiner.
Anschließend entdeckten französische Züchter die Gallica-Rosen und brachten sie in riesiger Zahl auf den Markt. Aber Mitte des 19.Jahrhundert entdeckte man die remontierenden Rosenklassen, und die Begeisterung für die Gallica-Rosen nahm stark ab.
Aber trotzdem, noch heute werden neue Gallica-Sorten gezüchtet, und David Austin setzte die Gallica-Rose Belle Isis ein, um Rosen mit dem Duft und Charme der alten, historischen Rosen zu züchten.

Wer heute eine alte Gallica-Rose in seinem Garten kultivieren möchte, sollte auf genügend Platz achten, denn alle Gallica-Rosen tendieren zu Ausläufern.