Rosen gießen?

Und wenn ja, wann sollen Rosen gegossen werden.
Rosen sind echte Tiefwurzler. Die Wurzeln gut eingewachsener Rosen reichen bis zu 3 Meter in die Tiefe, und auch im Herbst /Frühjahr als wurzelnackte Ware gepflanzte Rosen reichen ein Jahr später bereits ca. 1 Meter in die Tiefe. Daraus folgt:

Im Winter

– auch bei langen Frostperioden – müssen Rosen nicht gegossen werden. Dazu kommt, das Rosen im Winter ihr Wachstum einschränken und daher auch weniger Wasser verbrauchen.

Im Frühjahr

ist der Boden eigentlich immer recht feucht. Die abschmelzende Schneedecke oder auch der winterliche Dauerregen bringen genug Feuchtigkeit. Eher sollte man den Boden durchlässiger gestalten, denn Rosen sind keine Seerosen und stehen nicht gerne im Wasser. Erst gegen Ende des Frühjahrs bei extrem trockener Witterung kann man frisch gepflanzten Rosen Wasser geben.

Im Sommer

bei heisser, lang andauernder trockener Witterung werden Rosen gegossen, und zwar kräftig, je nach Bodenbeschaffenheit sogar täglich. Wer allerdings unter der Gartenerde noch ein Lehm- /Tongemisch hat, kann sogar dann bei gut verwurzelten Rosen auf das Gießen verzichten. (Ich habe auch in den beiden letzten trockenen Sommern meine Rosen im Garten gar nicht gegossen – nur die Kübelrosen.) Bei leichten Boden und Sandböden sieht die Sache anders aus, dann müssen die Rosen unbedingt gegossen werden – und zwar durchdringend.

Im Herbst

kommt es auf das Wetter an. Wenn sich an einen trockenen Sommer ein trockener Herbst anschliesst, reicht die zunehmende Luftfeuchtigkeit nicht aus, die Rosen müssen weiter gegossen werden, aber zunehmend weniger. Sobald die Temperaturen fallen, verlangsamt die Rose ihren Stoffwechsel und verlegt ihr Wachstum in den Boden. Deshalb ist der Herbst die beste Pflanzzeit für wurzelnackte Rosen. Bis zum Frühjahr erreichen die Wurzeln bereits tiefe Bodenschichten und finden dort im kommenden Jahr ausreichend Wasser.

Anders sieht es natürlich bei Rosen im Kübel aus. Selbstverständlich müssen sie nach Bedarf regelmäßig mit Wasser versorgt werden. Die Erde darf nicht austrocknen. Neugepflanzte Rosen – vor allem die im Frühjahr und Sommer angebotenen Containerrosen – müssen nach dem Einschlämmen beim Pflanzen im ersten Jahr regelmässig mit Wasser versorgt werden. Die Wurzeln sind erst am Ende des ersten Winters in der Lage, tiefere Bodenschichten zu erreichen.

Erste

Louise Odier
historische Rose Louise Odier
Rose de Resht
Rose de Resht
Diesmal gibt es zwei erste Rosenblüten: Louise Odier und Rose de Resht. Eigentlich ist das keine Überraschung, beide stehen auf der sonnigen Terrasse im Kübel. Rose de Resht steht dazu noch an der warmen Hauswand, Louise Odier hingegen steht weniger geschützt am luftigen Zaun. Beide gehören zu der Gruppe „historische oder Alte Rosen„, beide duften sehr stark, beide fühlen sich auch im Kübel sehr wohl, vorausgesetzt der Kübel ist hoch genug, um ihren langen Wurzeln Raum zu bieten. Trotz aller Gemeinsamkeiten gehören sie aber zu verschiedenen Sorten. Bei der Rose de Resht handelt es sich um eine öfterblühende Portland Rose, eine Seltenheit unter den Alten Rosen. Louise Odier gehört zu den Bourbon Rosen, hat aber nur eine eher schwache Nachblüte.

Gallica-Rosen

Rosa Gallica Officinalis
Rosa Gallica Officinalis
Rosa gallica,Rosa rubra, gallische, auch französische Rose, Essigrose, oder Provins-Rose, alle diese Namen werden für die Gallica-Rosen verwendet. Die Wildform der Gallica-Rosen kommt in den europäischen Mittelmeer- und Alpenländern vor und zwar schon seit der Antike. Grund dafür war neben optischen Gründen vor allem ihr Wert als Medizinalpflanze. Apotheker machten Rosenöl, Rosenwasser, Rosenessig und Tee aus den Blütenblättern. In der französischen Kleinstadt Provins (deshalb der Name) wurde ab etwa dem 13 Jhrd. die Gallica-Rose als die Apotheker-Rose wegen ihres hohen Ölgehalts der Blütenblätter in großem Umfang angebaut.

Gallica-Rosen sind extrem frosthart, ziemlich gesund gelegentlich tritt Mehltau auf), einmalblühend mit mattgrünem Laub. Viele duften stark und variieren farblich von rosa bis zu dunklem purpurviolett. In dieser Klasse gibt es auffallend viele gepunkte, gestreifte oder marmorierte Sorten. An einigen Standorten kann Mehltau gelegentlich auftreten, ansonsten sind sie sehr gesund. Die Sträucher haben je nach Schnitt eine Größe zwischen 1 – 2 m. Sie wachsen eher aufrecht , später auch überhängend. Viel Aufmerksamkeit erregte ein gestreifter Sport der Apotheker-Rose. Etwa im 16. Jhrd. wurde sie zum ersten Mal erwähnt: Rose Mundi oder R.gallica ‚Versicolor‘. 2009 wurde sie zur Weltrose erklärt.

Gallica Rose in ihrer Wildform
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wild_Rosa_gallica_Romania.jpg
Einige der ältesten Rosa-Gallica ist die karmesinrote Charles de Mills“, die vermutlich vor 1700 in den Niederlanden gezüchtet wurde. Aber so ganz genau weiss das keiner.
Anschließend entdeckten französische Züchter die Gallica-Rosen und brachten sie in riesiger Zahl auf den Markt. Aber Mitte des 19.Jahrhundert entdeckte man die remontierenden Rosenklassen, und die Begeisterung für die Gallica-Rosen nahm stark ab.
Aber trotzdem, noch heute werden neue Gallica-Sorten gezüchtet, und David Austin setzte die Gallica-Rose Belle Isis ein, um Rosen mit dem Duft und Charme der alten, historischen Rosen zu züchten.

Wer heute eine alte Gallica-Rose in seinem Garten kultivieren möchte, sollte auf genügend Platz achten, denn alle Gallica-Rosen tendieren zu Ausläufern.

Die Forsythien beginnen zu blühen

Forsythie
blühende Forsythie
Warum beginnt der Rosenschnitt eigentlich, wenn die Forsythien blühen. Warum nicht früher und warum nicht später. Das sind Fragen, die sich jeder Rosenfreund irgendwann mal stellt.

Natürlich kann man Rosen auch zu anderen Zeiten schneiden, das bringt die Rose nicht um, aber es ist auch nicht so günstig.

Das liegt an folgendem:

Rosen blühen am frischen Trieb, also sollten sie im Frühling geschnitten werden, damit sie frische Triebe bilden. Geschnitten wird oberhalb eines austreibenden Auges. Aber unterhalb dieses Austriebes existieren noch viele unsichtbare „schlafende Augen“, die durch den Schnitt aktiviert werden. Im Winter treibt nirgendwo etwas aus, erst zur Zeit der Forsytienblüte werden die ersten Austriebe sichtbar, die der Rose aber noch nicht viel Kraft gekostet habe. Dieser erste Austrieb bremst das Wachstum der schlafenden Augen, das nennt der Biologe Apikaldominanz. Nicht nur Rosen zeigen diese Apikaldominanz, sondern viele Stauden, Sträucher und Bäume.

Nun könnte man es dabei belassen, der erste Austrieb wird im Mai/Juni (je nach Sorte) eine Blüte bilden, die „schlafenden Augen“ aber werden nicht aktiviert und die Rose beginnt unterhalb des Austriebs zu verholzen. Sie wird sparrig und verzweigt sich nicht mehr und irgendwo in der Höhe thront eine Einzelblüte. Das ist aber nicht erwünscht.

Deshalb schneidet man zur Zeit der Forsythienblüte den ersten Austrieb weg und kürzt den Zweig auf ca. 3 bis 4 schlafende Augen, düngt die Rose kräftig und weckt damit die „schlafenden Augen“ auf, die nun frische Blütentriebe bilden.

Im Herbst vor dem Laubfall werden Nährstoffe von den Blättern in Holz und Wurzeln verlagert. Deren Power führt dann bei geschnittenen Rosen zu kräftigem Neuaustrieb. Wenn man später schneidet, also nach der Forthysienblüte, hat die Rose diese Power bereits in die Bildung des ersten Austriebs und der Bildung der Blüte gesteckt. Und für die Bildung weiterer Verzweigungen fehlt die Kraft, bzw. die Kraft muss erst wieder aus dem Dünger nachgeladen werden. Die Fole ist, das die Rose verspätet blüht, und sogar krankheitsanfällig wird, weil die Kraft nicht reicht.

Deshalb schneidet man die Rosen zur Zeit der Forsythienblüte. Und deshalb habe auch ich einen ökologisch völlig überflüssigen Forsythienstrauch im Garten stehen, der nur dazu dient, den für meinen Garten richtigen Zeitpunkt des Rosenschnitts zu bestimmen. Ausserdem – ich mag Forsythien wegen ihrem strahlenden Gelb, das für mich den Frühling erst richtig einläutet.

Pläne für 2020

Es ist Winter, der Garten schläft und die Gärtnerin würde auch am liebsten die kalte, regnerische Jahreszeit verschlafen. Geht aber nicht, also mache ich Pläne für die nächste Gartensaison. Ich wälze Kataloge, lese mich durch einschlägige Gartenbücher und -zeitschriften und träume vom Sommer.

Eine Hängematte im Garten

Hängematte
Hängematte
Schon letzten Sommer habe ich so leise im Hinterkopf die Idee gehabt, mir eine Hängematte zuzulegen, im Schatten natürlich unter Bäumen inmitten des Gartens. Nur leider besitze ich gar keine Bäume, die stark genug sind, eine Hängematte auszuhalten – und das auch noch mit mir darin. Ich muss mir mal verschiedene Hängemattengestelle ansehen. Ich stelle mir das so schön vor, eine Hängematte inmitten meiner blühenden Rosen, umgeben vom Duft der neu gepflanzten Munstead Wood.

Schlafen in der Hängematte

„Erfunden“ wurde die Hängematte in Südamerika, weniger zur Entspannung sondern als Bettersatz, denn bei hohen Temperaturen belüftet sie den Körper auch von unten und bietet gleichzeitig Schutz vor giftigen Bodenlebewesen. Heute dient sie natürlich vor allem der Entspannung im Grünen, aber nicht nur. Auch Kinder schlafen durch die leichten Schaukelbewegungen leichter ein. Das Prinzip der beliebten Federwiege für Babies beruht natürlich auch auf der Hängematte.
Ob man wirklich in der Hängematte schlafen kann, entzieht sich meiner Kenntnis, ich habe es noch nie ausprobiert, aber Seeleute habe jahrhundertelang darin geschlafen und tageüber schwere Arbeit geleistet. Und es gibt auch heute Menschen, die behaupten, man würde darin sogar besser schlafen als in einem Bett. Auch manche Camper sind von der Hängematte überzeugt.

Nun ja, ich will darin ja nur entspannen. Und zur Entspannung gibt es wohl kaum etwas Schöneres.

in meinem Garten

Was im Frühling zu tun ist:
Rosenpflege im Frühling
» Grundregeln für den Rosenschnitt
» Rosen düngen

 

aktualisierte Artikel