Archiv der Kategorie: Tiere

Sie fliegen wieder und es wird Winter

Der Flug der Kraniche
Der Flug der Kraniche
Jedes Jahr vor dem Winter, meistens vor einem ersten Kälteeinbruch ertönt direkt über dem Garten ein charakteristisches Rufen. Am 13.11. gegen 21.00 war es wieder soweit. Eine große Menge Kraniche konnte ich auf ihrem Weg nach Süden hören und sehen. Ein beeindruckendes Schauspiel. Es waren die ersten, die ich dieses Jahr gesehen bzw. gehört habe, oft kommen ein paar Nachzügler noch im Dezember.

Blattläuse überall

Marienkäferlarve
Marienkäferlarve
Überall dieses Jahr scheinen Blattläuse in großen Mengen aufzutreten. Warum? Niemand weiss es, aber ein ernsthaftes Problem sind sie meines Erachtens nicht. Ich schnipse sie einfach mit dem Finger von den Rosen weg, sie fallen dann zu Boden und werden Opfer von verschiedenen Raubinsekten. Ausserdem habe ich schon die Marienkäfer und einige ihrer Larven gesichtet. Gut, wenn man Überwinterungsmöglichkeiten für sie im Garten hat. Falls man darauf nicht warten will, Marienkäfer bzw. ihre Larven werden mittlerweiler auch vom Handel angeboten.
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Blattläuse sind im Hobbygarten eigentlich auch bei massenhaft auftretendem Befall eher ein ästhetisches Problem, ernsthaft werden die Rosen dadurch nicht geschädigt. Und die chemische Keule muss man auch nicht gleich auspacken, denn die tötet bzw. schädigt auch die Blattlausfeinde. Mit einem scharfen Wasserstrahl abspritzen, mit den Fingern zerdrücken sind ebenfalls effektive Bekämpfungsstrategien.

Blattwespen

Rosenblattwespe Endelomyia aethiops.
Rosenblattwespe (Endelomyia aethiops)
Creative Commons Attribution 4.0 International

Blattwespen nerven mich jedes Frühjahr an meinen Rosen aufs Neue. Pünklich Mitte Mai direkt nach den Eisheiligen erscheinen die Larven der Rosenblattwespe an meiner Apothekerrose und fressen die Blätter ab. Spritzen mag ich nicht, damit werden viel zu viele Nützlinge vernichtet. Aber die Bekämpfung ist mühsam:

Larve der Rosenblattwespe

Man kann Nützlinge im Garten fördern, vor allem Schlupfwespen. Die Larven absammeln und die befallenen Blätter im Hausmüll entsorgen. Die Larven kann man den Vögeln anbieten, aber damit habe ich wenig gute Erfahrungen gemacht, die Vögel hatten offensichtlich Besseres zu fressen. Die Blätter der Rosen kann man mit Ackerschachtelhalmtee stärken.

Alle Blattwespen sind hochspezialisierte Lebewesen, die es in verschiedenen Formen und Farben gibt und die sich auf eine einzige Pflanze spezialisiert haben. Die Larven, die den Raupen der Schmetterlinge fast täuschend ähnlich sehen können innerhalb kürzester Zeit Kahlfraß verursachen. Anschliessend lassen sie sich fallen, verpuppen sich, überwintern und im Frühjahr beginnt die Wespe mit der Eiablage bevorzugt dort, wo sie sich verpuppt hat. Und so beginnt das Spielchen von Neuem.

Larve der Weidenblattwespe
Larve der Weidenblattwespe

Und seit ein paar Jahren fressen die Larven der Weidenblattwespe, einer verwandten Art, meine Bonsaiweide regelmäßig kahl. Und zwar gleich zweimal im Jahr, Mitte bis Ende des Frühjahrs und jetzt wieder. Auch hier hilft nur systematisches Absammeln und Vernichten der befallenen Blätter und Triebe..

Ein Taubenschwänzchen

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Taubenschwänzchen
… nein, viele sind zur Zeit im Garten und auf meinem Balkon zu sehen. Sie ähneln überdimensionalen Schwebfliegen, stehen vor den Blumen, um mit ihrem langen Rüssel Nektar zu saugen. Das Taubenschwänzchen gehört zu den Schwärmern, Schmetterlingen, von denen die meisten in unseren Breiten vorkommenden Arten nachtaktiv sind. Beobachtet habe ich sie vor allem am Lavendel und an Geranien, die ja sonst als wenig attraktiv für hier lebende Insekten gelten.

Die Tiere überwintern als voll entwickelte Schmetterlinge, vertragen aber keinen Frost. Deshalb sind im Frühjahr nur wenige Exemplare zu sehen, die offenbar es geschafft haben, in einigen milden Gegenden Deutschlands geschützt zu überwintern. Die Überwinterer legen im März ihre Eier an Labkräutern ab, von denen sich später die Raupen ernähren. Gegen Mitte Juni schlüpft dann die erste neue Faltergeneration des Jahres.

Die meisten Taubenschwänzchen kommen ab April – dieses Jahr dürfte es noch später gewesen sein – aus dem Mittelmeerraum zu uns und legen erst dann ihre Eier ab. Der Nachwuchs schlüpft dann ab Juli und wandert dann auch weiter bis in den Norden Deutschlands oder sogar noch weiter. Die Tierchen sind hervorragende Flieger, die bis zu 2.000 Kilometer zurücklegen können. Leider reicht das Objektiv meiner Kamera nicht aus, um brauchbare Fotos zu machen, deshalb muss ich auf Wikipedia zurückgreifen.


Taubenschwänzchen_–_Macroglossum.stellatarum.video.ogg.360p

Alle Jahre wieder

weidenraupeim Juli sitzen Raupen in großen Zahlen an meiner Weide und fressen sie kahl. Die Weide steht im Topf, hat sich irgendwann mal selbst ausgesät und scheint diesen Kahlfraß eigentlich ganz gut zu verkraften. Aber ich wüsste schon gerne, um welches gefräßige Tierchen es sich dabei handelt. Die Raupe ähnelt den Gespinstmotten, macht aber kein Gespinst. Sie ähnelt den Spannerraupen, sie krümmt sich, wenn sie Gefahr wittert (mein Fotoapparat war eine solche Gefahr), aber einen Spanner, der so aussieht, konnte ich nirgends finden. Aber vielleicht weiss ja jemand, um welche Raupe es sich handelt. Bekämpfen werde ich sie nicht, denn vielleicht wird ja ein Schmetterling daraus. Oder ein Nachtfalter, oder ….
Und der Weide scheint es wirklich nicht ernsthaft zu schaden.

Nachtrag: Es scheint sich nicht um Raupen zu handeln, sondern um die Larven der Nematus salicis, der Weidenblattwespe, die erheblichen Schaden anrichten können. Als Abhilfe wird Absammeln empfohlen und die abgesammelten Larven den Meisen anbieten. Denen scheint es dann zu schmecken. Wäre einen Versuch wert, denn von meiner Weide steht zur Zeit nur noch ein Gerippe. Und die Larven machen sich gerade über den letzten verbliebenen Ast, der noch Blätter hat, her. Alles andere ist kahl.