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Die Forsythien beginnen zu blühen

Forsythie
blühende Forsythie
Warum beginnt der Rosenschnitt eigentlich, wenn die Forsythien blühen. Warum nicht früher und warum nicht später. Das sind Fragen, die sich jeder Rosenfreund irgendwann mal stellt.

Natürlich kann man Rosen auch zu anderen Zeiten schneiden, das bringt die Rose nicht um, aber es ist auch nicht so günstig.

Das liegt an folgendem:

Rosen blühen am frischen Trieb, also sollten sie im Frühling geschnitten werden, damit sie frische Triebe bilden. Geschnitten wird oberhalb eines austreibenden Auges. Aber unterhalb dieses Austriebes existieren noch viele unsichtbare „schlafende Augen“, die durch den Schnitt aktiviert werden. Im Winter treibt nirgendwo etwas aus, erst zur Zeit der Forsytienblüte werden die ersten Austriebe sichtbar, die der Rose aber noch nicht viel Kraft gekostet habe. Dieser erste Austrieb bremst das Wachstum der schlafenden Augen, das nennt der Biologe Apikaldominanz. Nicht nur Rosen zeigen diese Apikaldominanz, sondern viele Stauden, Sträucher und Bäume.

Nun könnte man es dabei belassen, der erste Austrieb wird im Mai/Juni (je nach Sorte) eine Blüte bilden, die „schlafenden Augen“ aber werden nicht aktiviert und die Rose beginnt unterhalb des Austriebs zu verholzen. Sie wird sparrig und verzweigt sich nicht mehr und irgendwo in der Höhe thront eine Einzelblüte. Das ist aber nicht erwünscht.

Deshalb schneidet man zur Zeit der Forsythienblüte den ersten Austrieb weg und kürzt den Zweig auf ca. 3 bis 4 schlafende Augen, düngt die Rose kräftig und weckt damit die „schlafenden Augen“ auf, die nun frische Blütentriebe bilden.

Im Herbst vor dem Laubfall werden Nährstoffe von den Blättern in Holz und Wurzeln verlagert. Deren Power führt dann bei geschnittenen Rosen zu kräftigem Neuaustrieb. Wenn man später schneidet, also nach der Forthysienblüte, hat die Rose diese Power bereits in die Bildung des ersten Austriebs und der Bildung der Blüte gesteckt. Und für die Bildung weiterer Verzweigungen fehlt die Kraft, bzw. die Kraft muss erst wieder aus dem Dünger nachgeladen werden. Die Fole ist, das die Rose verspätet blüht, und sogar krankheitsanfällig wird, weil die Kraft nicht reicht.

Deshalb schneidet man die Rosen zur Zeit der Forsythienblüte. Und deshalb habe auch ich einen ökologisch völlig überflüssigen Forsythienstrauch im Garten stehen, der nur dazu dient, den für meinen Garten richtigen Zeitpunkt des Rosenschnitts zu bestimmen. Ausserdem – ich mag Forsythien wegen ihrem strahlenden Gelb, das für mich den Frühling erst richtig einläutet.

Sonne satt zum Frühlingsanfang

So kann es bleiben. Strahlende Sonne, tiefblauer Himmel, die Frühlingsblüher sind alle da und die Forsythien blühen. Und was heisst das für die fleissige Rosengärtnerin? Genau, der Rosenschnitt steht an.
Gestern habe ich begonnen und sehe jetzt schon ein bisschen aus, als hätte ich mit einem Tiger gespielt. Aber egal, heute geht es weiter. Alle Rosen sind gut über den Winter gekommen, auch die mittlerweile vier Hochstämmchen. Mit dem Düngen warte ich noch ein paar Tage, dann ist Regen angesagt, der den Dünger an die Wurzeln der Rosen spült.

Alles geschnitten

Rose de Resht
Rose de Resht
Die Forsythie in meinem Garten wirft bereits die ersten Blüten ab, für mich ein Zeichen, dass alle Rosen geschnitten sein müssen. Und so ist es denn auch. Ich schneide immer verhältnismässig tief herunter – bis auf zwei Augen. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht. Einige wenig wüchsige Rosen werden so zu neuen Austrieben direkt aus der Veredelung animiert und die Rosen bleiben lange gesund.

Das Entfernen von alten Trieben tut den meisten meiner Rosen ebenfalls gut, die Blüte wird dadurch gefördert. Und jetzt geht es ans Düngen. In den nächsten Tage ist Regen gemeldet, der wird dann den Dünger direkt an die Rosenwurzeln spülen.

Ach ja, ein paar Neuanschaffungen gibt es auch: für den Kübel auf der Terrasse gab es Rose de Resht. Sie eignet sich für Kübelhaltung (der Kübel muss allerdings ziemlich hoch sein) und duftet vor allem besonders intensiv. Und sie macht eine kleine Nachblüte von August bis zum Frost.

Kletterrosen richtig schneiden

Laguna
Laguna am Bogen

Öfter blühende Kletterrosen

Meine erste Kletterrose war die Laguna, eine fantastisch duftende, sehr wüchsige, öfter blühende Rose, die mich kurz nach ihrem Erwerb vor das Problem „wie schneiden“ stellte.

Was braucht man: eine scharfe Rosenschere.

Meine Rosenschere ist immer scharf und immer desinfiziert, mit ganz normalem haushaltsüblichen Spiritus. Das macht Sinn, denn Pilzkrankheiten können durchaus durch die Schere übertragen werden und nicht glatt abgeschnittene oder gequetschte Triebe sind ein Krankheitsrisiko.

Die ersten Jahre müssen Kletterrosen eigentlich gar nicht geschnitten werden, sie sollen ja klettern. Aber dann.
Im Herbst schneidet man nur im Notfall, kranke Triebe, vertrocknete Triebe oder auch störende Triebe werden weggenommen. Der eigentliche Schnitt erfolgt dann im Frühjahr, wie immer zur Zeit der Forsythienblüte.
So. Um in dem Gewirr von Trieben den Überblick zu behalten schneide ich in mehreren Schritten:

  1. Ich entferne alles, was krank, morsch oder abgestorben ist.
  2. Ich entferne schwache Triebe, die deutlich dünner sind, direkt an der Ansatzstelle, damit sie nicht wieder kommen.
  3. Triebe, die sich kreuzen oder nach innen wachsen, werden ebenfalls an der Ansatzstelle entfernt. Das beugt Pilzkrankheiten vor, da die Rose so viel Licht und Luft bekommt und der Regen besser abtrocknen kann.

Jetzt kann man an den Formschnitt gehen. Kletterrosen blühen am reichlichsten an waagerechten Trieben, diese Langtriebe kann man dann gut zur Seite biegen. Wenn das nicht möglich ist, werden die Triebe auf drei bis fünf Augen zurück geschnitten. Triebe, die in unerwünschte Richtungen wachsen, werden ganz entfernt. Bei Rosen, die bereitwillig aus der Veredelung austreiben, kann man ältere Langtriebe ganz entfernen und durch den Neuaustrieb ersetzen.

Im Sommer wird dann alles Verblühte entfernt, um die Hagebuttenbildung zu vermeiden und um eine reiche zweite Blüte zu erreichen.
Grundsätzlich treiben Kletterrosen umso stärker wieder aus, je kräftiger sie zurück geschnitten werden. Ein schwacher Rückschnitt hat also auch nur einen schwachen Austrieb zur Folge.

Einmal blühende Kletterrosen

Minnehaha
Minnehaha
Dazu gehören auch die einmal blühenden Rambler wie zum Beispiel meine Minnehaha, die bei mir in den Flieder klettert und ihm so zu einer zweiten Blüte verhilft. Eigentlich werden diese Rosen gar nicht geschnitten, sondern nur gepflegt.
Am besten werden sie direkt nach der Blüte geschnitten, dabei werden kranke und abgestorbene Triebe entfernt. Außerdem werden zu dicht stehende Triebe ausgelichtet. Kräftige Rückschnitte sollten nicht durchgeführt werden, manchen Sorten sind schnittempfindlich. Wenn die Rose gut aus der Veredelung austreibt, können alte Triebe weggenommen werden und durch junge Triebe ersetzt werden. Bei Rosen ohne Veredelung (wie meine Minnehaha, die ich als Steckling gezogen habe) lichte ich so alle zwei bis drei Jahre die alte Triebe aus und mache so Platz für junge, blühfreudige Langtriebe.

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